Gehirnwäsche der Sonderklasse – oder die Rente ist besser als ihr Ruf

By rente

Das die gesetzliche Rentenversicherung nicht so schlecht ist, wie immer gerne wieder von interessierten Kreisen behauptet wird, erklärt der Telepolis-Artikel Gehirnwäsche der Sonderklasse:

Albrecht Müller: Das Umlageverfahren müsste man erfinden, wenn wir es nicht schon über 100 Jahre hätten. Denn es arbeitet preiswert und sicher. Nach meinen Erkundigungen werden gerade mal 4 % der Einnahmen, also der Beiträge für die Verwaltung aufgewandt. Norbert Blüm spricht von 1,5 %. In jedem Fall verursacht das Einnehmen der Beiträge und das Auszahlen der Renten um vieles weniger Kosten als die privaten Vorsorgesysteme.
Verwaltung und Vertrieb der Riester-Rente nehmen etwa 10 % in Anspruch; das chilenische Modell der Privatvorsorge, das ich in meinem Buch erwähne, weil es eine Art Vorreiterrolle für die Kommerzialisierung der Altersvorsorge spielte, verbraucht 18 % der eingenommenen Versicherungsprämien, andere Systeme 25 %, in Großbritannien bis zu 40%. Diese Kosten fallen an für den Betrieb, für Vertrieb, für Werbung, für Kapitalanlage und Spekulation, für Provisionen und Beratungshonorare und dann auch noch für den Gewinn der Lebensversicherungsunternehmen. Diese Kosten müssen erst einmal verdient werden.

TP: Gehirnwäsche der Sonderklasse

Der Artikel ist lesenswert.

4 Antworten zu „Gehirnwäsche der Sonderklasse – oder die Rente ist besser als ihr Ruf“

  1. Bernd F. Armonk sagt:

    Die gesetzliche Rente wird zur Schrumpfrente. Wollen und sollen wir wirklich höhere Beiträge zahlen, um das zu verhindern? Andererseits: Wenn ich zusätzlich privat vorsorgen soll, kostet mich das auch mehr als zwanzig Prozent meiner Einkünfte in meiner aktiven Zeit.

  2. György Rente-Magasz sagt:

    Die gesetzliche Rente sei ” Sicher “, das ist wohl ein Märchen, das niemand mehr glaubt, darum habe ich mich trotz der zugegebenermaßen hohen Kosten für private Altersvorsorge entschieden, nachdem ich viele Versicherungen geprüft habe. Und da ich zu guten Konditionen zahle, bleibt auch noch Geld um in meinen Traumwagen zu investieren oder gegebenenfalls in ein Pflegebett (sorry für den Galgenhumor :-) )

  3. S.B. sagt:

    Naja, Umlageverfahren schön und gut! Das ganze funktioniert aber nur solange gut, wie die gleiche Anzahl von Leute einzahlt, wie die die etwas bekommen. Bei der demografischen Entwicklung steigt die Zahl der Renter jedoch überpropartial gegebenüber den Einzahlern.
    Entweder zwingt man also die Einzahler das doppelt zu zahlen, oder die Auszahlung muss halbiert werden. Die Rechnung ist eigentlich ziemlich einfach.
    Da wird man wohl doch privat vorsorgen müssen…

  4. Sapereaude sagt:

    Vorsichtig, nicht auf Propaganda reinfallen. Die Höhe künftiger Renten hat weniger mit der demographischen Entwicklung zu tun, als uns die Finanzwirtschaft glauben machen möchte. Wesentlich wichtiger ist die Zahl der Erwerbstätigen und die Produktivität der Volkswirtschaft. 4 Millionen weniger Arbeitslose – und wir hätten gar kein Rentenproblem. Bleibt die durchschnittliche Produktivität so wie die letzten 30 Jahre – haben wir kein Problem.

    Leider verkaufen sich Versicherungen ohne Horrorszenarien nicht gut. Wir sollten sie allerdings nicht ungeprüft nachplappern.

Eine Antwort schreiben