V(ersicherter): „Ja, hier ist der XXX aus XXX. Ich wollte ja erstmal Danke sagen. Die Nachzahlung ist angekommen. Hat alles wunderbar geklappt. Auch die Februar-Rente ist schon auf dem Konto. Aber mir wurde meine andere Rente weggenommen. Warum ist das so?“
I(ch): „Welche andere Rente? Geben Sie mir erstmal Ihre Versicherungsnummer, dann kann ich schauen.“
V: „Die Versicherungsnummer? Ach, die habe ich gerade nicht parat, wußte nicht, dass Sie die brauchen. Ich dachte Sie erinnern sich noch, wir hatten doch vor drei Wochen schon mal telefoniert.“
I: „Tut mir leid, wir haben öfters Telefonate, da kann ich mich nicht an jedes einzelne erinnern. Anstelle der Versicherungsnummer können Sie mir jedoch Ihr Geburtsdatum und Ihren vollen Namen geben, dann versuche ich das darüber.“
V: „Also mein Name ist XXX XXX und geboren bin ich am XX.XX.XXXX. Und mir fehlt die Rente für Bergleute. Im Dezember und Januar wurde die mir noch überwiesen, jetzt im Februar nicht. Da ist nur die andere Rente überwiesen worden! Mir wurde die Rente also weggenommen!“
I (langsam erinnert man sich an diesen Sachverhalt – was meistens nichts gutes bedeutet): „Nun, Herr XXX, Sie haben nur Anspruch auf eine Rente. Sie bekommen doch ab dem 1. Dezember schon die Altersrente. Dadurch fällt die Rente für Bergleute weg, und …“
V: (unterbricht) „Die habe ich aber im Dezember und Januar noch bekommen! Und Sie können die doch nicht einfach wegnehmen!“
I (man erinnert sich immer mehr an den Sachverhalt):“Also erstmal wollte ich Ihnen gerade noch sagen, dass Sie die Rente für Bergleute im Dezember und Januar noch bekommen haben, weil zu dem Zeitpunkt die Altersrente noch nicht berechnet war, weil Sie uns doch noch unbedingt was nachschicken mußten, was Sie ursprünglich vergessen hatten. Außerdem… „
V (unterbricht): „Ja aber, warum nehmen Sie mir dann die Rente für Bergleute weg!“
I (langsam im Ton bestimmter werdend): „Lassen Sie mich doch mal ausreden! Sie haben nur Anspruch auf eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Die bisherige Rente für Bergleute fällt daher mit Beginn der Altersrente weg. Theoretisch hätten Sie diese Rente ab dem 1. Dezember nicht mehr bekommen dürfen. Da Sie jedoch die Altersrente auch rückwirkend erhalten haben, wird das für die Monate Dezember und Januar automatisch verrechnet.“
V: „Aber Sie können mir doch nicht einfach die Rente wegnehmen! Ich will die wieder haben!“
I: „Sie können gerne die Rente für Bergleute wieder haben. Dann dürften Sie aber nicht mehr die Altersrente erhalten. Das können wir gerne, wenn Sie es so wünschen, einrichten.“
V: „Nein, so war das nicht gemeint! Die Altersrente will ich ja schon haben. Aber auch die Rente für Bergleute. Und wenn Sie mir die schon wegnehmen, dann müssen Sie mir das auch mitteilen. Das geht doch nicht einfach so, das können Sie doch nicht machen, dass Sie mir die einfach so wegnehmen.“
I: „Wir teilen Ihnen das doch auch mit. Ich wollte Ihnen schon am Anfang sagen…“
V: (unterbricht mal wieder und redet fast im zittrigen Ton) „Sie haben mir das nicht mitgeteilt! Keiner hat mir das gesagt! Mir hat der Versichertenälteste nur gesagt, dass ich dann demnächst die Altersrente bekomme. Nix hat er gesagt, dass die Rente für Bergleute wegfällt. Auf Ihrer Rentenauskunft steht auch nichts davon!“
I (jetzt lauter werdend): „Jetzt beruhigen Sie sich erstmal wieder und holen Sie sich bitte mal Ihren Rentenbescheid, wenn Sie den gerade da haben!“
V: (raschelt mit dem Papier): „Ja, den habe ich jetzt hier. Wieso?“
I (den süffisanten Kommentar „da haben Sie auch übrigens Ihre Versicherungsnummer drauf stehen“ vermeidend): „Und wenn Sie jetzt den Bescheid genau lesen, dann finden Sie dort folgendes:
‘Auf Ihren Antrag vom 25.11.2005 erhalten Sie anstelle Ihrer bisherigen Rente die Altersrente …’“
V (sicht- bzw. hörbar erstaunt): „Oh, das steht da ja! Ja dann ist alles gut. (nach hinten einen weiblichen Vornamen rufend) XXX, hast Du das nicht gelesen?“